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Urner Einzelmeisterschaften 2019

02.09.2019 - 13:20

Einzelmeisterschaften TC Dätwyler und RTC Seedorf 2019

Anlässlich der Einzelmeisterschaften vom 19. – 24. August 2019 herrschte auf den Anlagen des TC Dätwyler und RTC Seedorf Hochbetrieb. Die Teilnehmenden überzeugten mit spannenden Partien.

Kategorie Herren A (R6 – R1)

Für die meisten sachkundigen Urner Tennis-Interessierte war die Sachlage eindeutig. Die Frage war nicht ob, sondern wie dominant Jan Jauch die 2019er Austragung der Herren Einzelmeisterschaften im A-Tableau mit 19 Teilnehmern gewinnen würde. Nach einem weiteren Jahr an der Tennisakademie von Rafael Nadal hat der an Nummer eins gesetzte Jan Jauch (R3) wieder grosse Fortschritte gemacht. Marc Vollenweider (R3), Nummer zwei der Setzliste und Bezwinger von Jan Jauch im Halbfinale von 2018, musste aufgrund von gesundheitlichen Problemen seine Teilnahme kurz vor seinem ersten Einsatz zurückziehen. Dennoch gab es ein spannendes Finale. Beim Stand von 5:4 als auch bei 6:5, servierte der Finalgegner Sandro Exer (R6) zum Satzgewinn. Er zeigte bis zu diesem Zeitpunkt unglaubliches Tennis, um mit einem solch starken Gegner mithalten zu können. Viele der anwesenden Zuschauer hätten wohl vor dem Spiel gegen einen lockeren Durchmarsch von Jan Jauch in dieser Finalaffiche der diesjährigen Austragung des A-Tableaus der Urner Einzelmeisterschaften gewettet und nun stand er am Rande eines Satzverlustes. Das Tiebreak musste über den ersten Satz entscheiden. Dabei unterlief Exer ausgerechnet beim Stand von 5:5 einer seiner wenigen unerzwungenen Fehler. Jauch liess sich nicht zweimal bitten und servierte den Satz nach Hause. Im zweiten Satz vermochte Jauch sich nochmals zu steigern und Exer zollte nach und nach der anstrengenden Turnierwoche Tribut. Trotz einiger Spielbälle vermochte der Altdorfer im zweiten Satz kein Game mehr zu verbuchen (7:6/6:0). Trotzdem ist die Leistung von Exer im ersten Satz kaum hoch genug einzuschätzen. Sensationell wie er die Aufschläge und das Spiel von Jauch lesen konnte, um dann in den richtigen Momenten mit seiner Rückhand zu kontern und so Nadelstiche zu setzen. Im Nachhinein war die Leistung kein Zufall, eliminierte er doch zuvor im Viertelfinale den renommierten Routinier Beat Arnold (R4) in zwei Sätzen (6:3/6:3) und seinem Halbfinalkontrahenten, Lucky Loser Senn Denis (R6) gewährte er nur gerade ein Game. Jauchs Weg in den Final führte nach einem Freilos zuerst über Simon Kness (R5), der in seiner Startrunde gegen Oliver Baumann (R9) einen 1:5 Rückstand im dritten Satz und der Abwehr eines Matchballes noch in ein 7:5 herumreissen konnte. Im darauffolgenden Viertelfinale bezwang Jauch Orlando Gmür (R7) 6:0/6:1. Letzterer war für das Comeback des Jahres besorgt. Nach seiner verletzungsbedingten Niederlage letztes Jahr im B-Tableau-Halbfinale, schaffte er den Exploit und räumte Fabrice Dal Farra (R6) aus dem Weg (6:3/6:4). Auch im Halbfinale bekundete Jauch keine grossen Probleme gegen den Titelverteidiger Michael Blum (R3). In einem Spiel, welches mit atemberaubenden Ballwechseln die Zuschauer begeistern konnte, war Jauch stets Herr der Lage (6:2/6:2). Blum hatte es zuvor in einer Neuauflage des letztjährigen Halbfinales mit Cyrill Wyss (R5) zu tun. Wyss verletzte sich jedoch und musste im 2. Satz beim Stand von 0-3 – den ersten verlor er 3-6 - Forfait erklären. Danach tat sich Blum im Viertelfinale gegen den präzise aufschlagenden Andreas Wyss (R6) ungewohnt schwer. Dank variantenreichem Spiel konnte der Altdorfer immerhin fünf Games gewinnen (3:6/2:6).

Kategorie Herren B (R7 – NC)

Die Kategorie Herren R7-NC war seit Jahren nicht mehr so offen, wie in der diesjährigen Austragung. Gleich ein halbes Dutzend Namen standen auf der Favoritenliste des mit 34 Teilnehmern grösstem Feld. Zu dieser illustren Gruppe gesellte sich auch Yves Maillard (R7). Doch es erwischte ihn bereits in der ersten Runde. Die Niederlage gegen Patrick Spiess (NC) konnte trotz gewonnenem Startsatz nicht mehr abgewendet werden (6:7/6:3/6/0). Wohingegen Gabriel Kälin (R8) und Stefan Gisler (R7) souverän ihre nicht zu unterschätzenden Starthürden überwinden konnten, um im Viertelfinale in einem denkwürdigen Spiel aufeinanderzutreffen. Der Vorjahresfinalist Stefan Gisler spielte Kälin im Startsatz praktisch an die Wand, führte dank Spielwitz und gelungenen Zauberschlägen schnell mit 6:0/4:1. Was dann geschah, entbehrt jeglichen Erklärungsversuchen. Kälin drehte das Spiel noch zu seinen Gunsten um und gewann das hartumkämpfte Match doch noch (6:0/6:7/3:6). Die Nummer vier der Setzliste, Dankmar Kolthoff (R7) gab in den ersten zwei Runden kaum Games ab und überliess Urs Aschwanden (NC) im Viertelfinale gar nur ein einziges Spiel. Damit kam es zum Halbfinale zwischen Kälin und Kolthoff. Nur phasenweise konnte Kälin seine Gewinnschläge mit der starken Rückhand anbringen. Kolthoff gewann diskussionslos und zog in sein erstes Finale (6:4, 6:2). Der an eins gesetzte Marco Muheim (R7) hatte in den ersten beiden Runden hartes Brot zu beissen und setzte sich gegen Philipp Dubacher (R9) als auch gegen Roland Wyrsch (NC) erst im dritten Satz durch. Auch im Halbfinale drohte das Ausscheiden gegen Fabrice Planzer (R8), als dieser den zweiten Satz für sich entscheiden konnte. Wie in den Runden zuvor war der Präsident des RTC Seedorf in der finalen Phase des Spiels aber stets auf der Höhe (6:3/5:7/6:4). Der Final der Kategorie R7-NC verkam dann zu einer eindeutigen Angelegenheit. Kolthoff war zu keiner Zeit in der Lage, den Triumpf von Muheim zu verhindern (6:3/6:2).

Kategorie Damen

Im Tableau der Damen mit 13 Teilnehmerinnen fehlten zwar die grossen Namen und Siegerinnen der letzten Jahre. Nichtsdestotrotz waren mit den topgesetzten Frederike Dierkes (R5) an Nummer eins und Laura Furrer (R6) als zweite der Setzliste, zwei aufstrebende Spielerinnen mit von der Partie. Nachdem Katrin Böttcher (R9) Marianne Lusser ohne Spielgewinn nach Hause schickte (6:0/6:0) und Laura Furrer auf ähnliche Art und Weise kurzen Prozess mit Daniela Windbolz machte (6:0/6:1), kam es zu einem spannenden Duell der beiden. Dabei zeigte Böttcher teilweise erfrischendes Angriffstennis, um so dem kräfteraubenden Spiel in der Defensive Einhalt zu gebieten. Ein ums andere Mal tauchte sie nach dem verlorenen Startsatz am Netz auf und schaffte es mit platziertem Volleyspiel das Ruder herumzureissen, aber auch weil Furrer mehr Eigenfehler produzierte. Im dritten Satz war es dann eine eindeutige Angelegenheit. Böttcher musste sichtlich zu viel Tribut für Ihren defensiven Kampf zollen (4:6/6:4/0:6). In der anderen Tableauhälfte spielte sich Dierkes souverän durch bis in den Final. Leider konnte sie diesen aufgrund eines Arbeitseinsatzes am Samstag nicht spielen. Deshalb sprang die unterlegene Halbfinalistin Sandra Epp (R7) ein und spielte den Final. Trotzdem konnte sich Furrer voll auf ihr Spiel fokussieren und ihren ersten absolut verdienten Sieg bei der Damenkonkurrenz feiern (6:3/6:2).

Links: Jan Jauch (Urner Einzelmeister 2019), Sandro Exer (Finalist)

Links: Marco Muheim (Sieger Kat. B), Dankmar Kolthoff (Finalist)